Samstag, 9. Juli 2016

begeistert, belebt und bewegt

Mit viel Vorfreude wurde der heutige Tag erwartet. Nicht einfach die Vorfreude einer Person, sondern die Vorfreude von zwei, drei, vier , ja fast fünf Personen zusammen. Wenn dann noch der riesengrosse Überschwang eines Flatcoated dazukommt, gibt das schon Schub genug für Höhenflüge. Ja wir,Rosmarie, Barbara, Annette, Brigitte und ich dürfen uns wieder auf die Via Alpina machen. Wegen der etwas komplizierteren Anfahrt, reisen wir nach Juf und wandern in Richtung unseres Endpunktes vom letzten Jahr. Wie wir Kilometer um Kilometer richtung Alpenkette fahren, die Strassen immer enger und die Steine um so schöner werden, und die Hektik der vergangenen Wochen, die einzelnen Socken, die abzuarbeitenden Papierberge, die geplanten grösseren und kleineren Projekte hinter uns lassen um uns einfach ganz von der Schönheit der Alpen an einem von uns noch nie durchwanderten Ort begeistern zu lassen beginnt sich die Vorfreude in breitmachende Freude zu verwandeln. Unser Start in Juf:
Juf
Fünf begeisterte Frauen beginnen das Abenteuer Via Alpina für eine ausgekostete Woche.


Die Strecke: Juf - Fuorcla da la Valletta 2566 M.üM. -Forcellina-Septimerpass- Pass Lughin mit der Wasserscheide "drei Meere", durch Schneefelder hinunter zum Lag dal Lunghin -Maloja 1900 M.ü.M.
Muskelaufbau und Lungenvolumentraining verlangt auch nach Pausen...

Pass Lunghin > Wasserscheide 3 Meere

Unter der Schneedecke Wegemarkierungen erahnend zum L. da Cavloc

Eine gute Stunde später geniessen wir sehr geschafft aber zufrieden die Annehmlichkeiten im
Hotel Schweizerhof im Tal Maloja


Sonntag, 12. Juli 2015

Cancanosee - Lago da val viola


 
 
 
 
 
Vom Cancanosee führt eine lange, langweilige Kiesstrasse nach Arnoga, vorbei an den Signaltürmen des Scale Passes. Der Weg taucht hier in einige kurze aus dem Fels geschlagene Tunnes bis zur Abzweigung Arnoga 1859 m.





Hier beschliessen wir, an unsere Heimreise zu denken und peilen die Schweizergrenze bei Val Viola an.











Vorbei am italienischen Lago di Viola und dem rifugio Val Viola geht es hinauf zum Passo Confine.  Wir werden wieder ein Mal mehr belohnt für unsere Mühen mit einer prächtigen Blumenwiese mit einem Meer von Arnikas.
Der Abstieg zum See ist spannend und abwechslungsreich und der
Lago da Val Viola wie aus dem Bilderbuch.









Wie praktisch immer sind wir uns schnell einig, hier zu übernachten. Genügend Holz für eine frische Nacht ist vorhanden und gegen die Mücken wehren wir uns mit Pfefferminz-und Lavendelöl.

Alle Vorräte werden nun vertilgt und die Frage bleibt nur noch: wie halten wir uns den Bär vom Leib? Explosionserfahren wie wir sind, könnte uns schlimmstenfalls der unnütze Gaskocher Hilfe leisten und so finden wir mehr oder weniger beruhigt dann die Ruhe.



Von Sfazu auf nehmen wir am nächsten Morgen die Heimreise mit ÖV über den Bernina, Albula.
Dankbar um die segensreiche Zeit, alles Erlebte und jeden einzelnen Höhenmeter, kehren wir nur all zu schnell in unser gewohntes Leben zurück...

Der grösste Lohn der Selbstgenügsamkeit ist die Freiheit.
Epikur, Griechischer Philosoph 341-271vChr.
 

Samstag, 11. Juli 2015

Umbrail - Cancanoe

Komplett mit Hut und Feder starten wir die Reise wieder mit einer schöne Postauto-Sightseeing-Tour durchs Val Münstair hoch auf den Umbrail.
Auf dem Weg zum Passo della Forcola kreuzen uns wieder viele Biker.
Ein langer nicht enden wollender Maultierweg führt uns schlussendlich aus der Steinlandschaft in einen Föhrenwald mit Picknickplatz, wo wir uns zur Siesta unter den wohltuenden Schatten legen.
Arnoga liegt noch unendlich weit weg und wir müssen auch diese vermeintliche Etappe abkürzen.

Wir beschliessen im typisch italienischen Refugio am Cancano-Stausee die Nacht zu verbringen, wo wir köstlich bewirtet werden. Hier schlafen wir tief und fest.

Freitag, 10. Juli 2015

Gomagoi-Umbrail


Von unserm, wenn es nach dem Namen ginge, abenteuerlichen Platz Gomagoi reisen wir anderntags per Bus nach Trafoi, wo wir mit dem Sessellift zur Furkelhütte auf 2053 m aufsteigen, und so die Riesen-Etappe verkürzten.
 
 
 
 Auf dem Goldseeweg geniessen wir den ganzen Tag strahlendstes, heisses Wetter und atemberaubende Aussicht zum Stilfserjoch. Anfangs kreuzen uns noch einige Mountainbiker , welche die Strecke vor 9 und nach 16 Uhr benutzen dürfen. Je näher wir zum Stilfser Joch kommen begegnen wir zusehends Wanderern.
 
 
Beim Stilfserjoch standen sich im Ersten Weltkrieg österreichische, italienische und schweizerische Truppen gegenüber. Ein Themenbergweg verbindet eine fordernde Hochgebirgswanderung in schönster Umgebung mit einem tiefen Einblick in dieses abenteuerliche Stück Schweizer Geschichte.




Die Schautafeln sind Ausgangspunkte von militärhistorischen Bergwanderwegen, auf denen die Auseinandersetzungen aus der Sicht von Italien und von Österreich-Ungarn detailliert dargestellt sind.
Der vom Umbrailpass ausgehende Lehrpfad zeigt eindrücklich auf, warum in diesen Höhen der Kampf gegen Sturm, Schnee, Kälte und Lawinen mehr Opfer forderte als die eigentlichen kriegerischen Auseinandersetzungen im Frontraum. Denn das Gelände ist ausgesetzt und unwirtlich. Schon wenige Meter über dem Umbrailpass werden die Alpweiden abgelöst durch rutschige Kalkschrofen. Der Aufstieg zur eigentlichen Grenzlinie zwischen der Schweiz und Italien quert eine steile Schuttflanke, bevor man durch ein rutschiges Couloir hinauf auf über 3000 Meter gelangt. Dort wartet der Gipfel des Piz Umbrail und mit ihm ein Rundblick, der auch für historisch Uninteressierte die Mühe lohnt. Ortler, Cevedale sind in Griffnähe, auf der andern Seite schweift der Blick ins Val Müstair.
In dieses Tal gelangen wir schliesslich auch, weil uns der Rummel auf dem Stilfser Joch aufs Gemüt schlägt und die beiden Übernachtungsmöglichkeiten auf dem Umbrail nicht mehr aktiv sind. So führt uns der nette Biker-Taxichauffeur in die Alpenrose, wo uns zwar der  verstopfte Gaskocher nicht repariert werden kann, aber sonst kein Wunsch offen bleibt…

Donnerstag, 9. Juli 2015

Tschaggeinhütte-Stilfs


Wir geniessen die atemberaubende Aussicht auf das Ortlergebirge, die trafoier Eiswand, und die Tschengelser Hochwand, verlassen aber unser geliebters Hüttchen trotzdem voller Tatendrang. Nicht lange nach der Tschaggeinhütte gelangen wir zur Lichtenberger Alm wo sich eine bunte Alpbewirtschaftungsbrigade versammelt hat.Der Weg nach Stilfs ist extrem heiss und zieht sich in die Länge. Das Dörfchen Stilfs (1306 m) ist an einen steilen Hang gebaut. Wer hier als Baggerführer arbeitet muss sein Handwerk verstehen. Einheimische meinen, dass hier selbst die Hennen Steigeisen tragen.
Wir hingegen sind froh uns bei einer hübschenGartenwirtschaft der Rucksäcke entledigen zu können und die Beine von uns zu strecken. Ausserdem werden wir überwältigt von den allerbesten Pasta's der Alpennord- und Südseite!

Da auch die nächste Etappe übermässig lang ist und keine Übernachtungsmöglichkeiten zwischendrin bestehen, beschliessen wir, den Bus nach Trafoi zu nehmen und so die Strecke etwas abzukürzen. Fälschlicherweise reisen wir jedoch nachj Sulden, wo wir wieder um ein Bergtalerlebnis mehr zurückfachren nach Gomagoi,


wo wir eigentlich hätten umsteigen müssen. Feststellend dass kein Bus mehr in unsere Zielrichtung fährt, bleibt uns nichts anderes übrig als an der Stilfserjochanfahrtsstrecke in Gomagoi zu übernachten. Neben unserm Hotel stehen die Reste des Forts aus dem Jahre 1860
Datei:Gomagoi Bunker 01.jpg
 Es hatte die Aufgabe die Straße vom Stilfser Joch in das Vinschgau sowie über den Reschenpass in das Inntal zu sperren. Sie gehörte zum Gesamtsystem des österreichischen Abwehrriegels an der Reichsgrenze zu Italien. Es handelte sich um eine Straßensperre im wahren Sinne des Wortes, da die Anlage direkt auf die Reichsstraße gesetzt wurde. Um die Sperre (südwärts) zu passieren musste man: zwischen der rechten Flanke des Werkes und der etwa vier Meter entfernten Stützmauer des hier beginnenden Steilhanges des Obergrimm-Kammes durch das innere Tor hindurch, an einer Wachkasematte vorbei, durch das äußere Tor und dann über eine Zugbrücke. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges bereits hoffnungslos veraltet (die Mauern sind aus Stein ausgeführt), wurde die Sperre 1914 trotzdem in Verteidigungsbereitschaft versetzt.