Samstag, 19. Juli 2014

Tübinger Hütte Bieler Höhe

Durch prächtige Felsblöcke geht es zuerst schön gemütlich, später dann steil hinauf zum Hochmadererjoch.

Wiederum atemberaubende Rundumsicht!
Im Hochmaderertäli finden wir kurz vor Mittag ein wunderbares Bächlein, das sogar 3 Schwimmzüge erlaubt, wo wir unsere Mittagsrast halten.


Vorbei am Vermunt-Stausee geht es durch mooriges Gebiet zur Vermuntalpe. Dort gibt uns "Montafoner Toni" hilfreiche und weniger hilfreiche Übernachtungstipps. Den Heuschnaps versprechen wir ihm im "Piz Buin" zu probieren. Ganz nach dem Motto: lieber Heu trinken als Gras rauchen. Mittlerweile sind ja diverse Heuspezialitäten im Trend. Für "Muntafuner Toni" wird es das neue Heukissen sein.

 
Das Glück ist auf unserer Seite und im PizBuin hat es für uns noch Platz. Ob all der Car-Touristik und der drückenden Wärme sind wir zwar noch etwas erschlagen, doch die feine Dusche und Bewirtung lässt uns schnell wieder regenerieren.



In der Nacht tobt der Sturm. Wir sind froh, hier fein zu liegen und hoffen, das Wetter hält sich morgen möglichst lange.




Freitag, 18. Juli 2014

Vergalda Tübinger Hütte

Das gute alte Hotel Vergalda verlassend kommen wir an malerischen Gärtchen und Zäunen vorbei. Das Tal zieht sich lange gemütlich aufsteigend dem Bach entlang. Auf der Vergalderalpe herrscht jetzt, im Gegensatz zum Winter, reger Betrieb. Es wird Käse hergestellt und neben der Verköstigung von Gästen erden auch diverse Spezialitäten angeboten.














Das Vergaldner Joch belohnt uns mit einer Prächtigen Rundumsicht.
 


Wir geniessen die schön angelegten Wege durch die Steinblöcke und Hailey erlabt sich an den Schneefeldern. Wir finden am Nachmittag einen traumhaften Bergbach, wo auch wir es nicht lassen können, obwohl eiskalt, hinein zu sitzen.






So schaffen wir den letzten Aufstieg zur Tübinger Hütte mit Leichtigkeit. Laufend tröpfeln hier je länger je mehr Wanderer und Kletterer ein. Da sind Regula und Pierre, denen wir schon einige Male begegnet sind, und viel miteinander lachen können.

Aber auch eine beinharte Familie aus New York City, die nur dann in einer Hütte schläft, wenn sich das Zelt aus geografischen Gründen nicht aufstellen lässt, und selbst dann noch den Tee auf dem Gaskocher am Boden mit Blick in die Bergwelt braut...Grosse Hochachtung vor so viel Bescheidenheit und Konsequenz!












Der Abend ist wunderbar mild und trotz grosser Höhe sitzen wir noch lange draussen und geniessen das Abendrot und untergehende Sonne.


Donnerstag, 17. Juli 2014

St.Antönien-Vergalda/ Gargellen

Nachdem der Garten getränkt, die Gemüse geerntet, die letzten Dreckspuren aus Frauenfeld gereinigt, die Wäsche gebügelt und sämtliche Anweisungen "is Chemi ghenckt" sind, starten wir, Annette, Karl und ich mit Hund, frohgemut unsere Woche Via Alpina mit der Etappe St.Antönien - Vergalda.



Die wenigen, aber trotzdem mehr als sieben Sachen etliche Male durchdacht und umgepackt in unsern Rucksäcken und feinster Proviant. Zu dritt geht es Richtung St.Antönier Joch.


 

















Doch leider kam schon nach wenigen Metern, was kommen musste. Die Blase am Fuss meldete sich. Wie das geht, obwohl erfahren?
1. der Schuh wurde am Nachmittag anprobiert
2. der Produktetest wurde gegoogelt
& 3. der Schuh wurde mehrere Male kurz getragen... nur beim letzten Mal war es sehr heiss und das schwitzen war für die Blase grund genug sich breit zu machen.Nun den startete ich mit dem alten Schuh allerdings mit tiptoper neuen Sohle.

Compeed sei Dank, hoffen wir trotzdem auf ungetrübte Wanderfreuden in den nächsten Tagen. Auch steht uns Sonntag schlechtes Wetter bevor und ist die Übernachtungssituation auf der Bieler Höhe scheinbar etwas prekär. Doch wir sind guten Mutes & vertrauen auf das was kommen mag.

 

Samstag, 3. August 2013

Vaduz Schweizertor

Der Berg ruft!



"Bisch zwäg?" Diese Frage durfte ich glücklicherweise mit "JA" beantworten und der glückliche Zufall wollte es, dass Irene und ich uns zwei Tage aus dem Staub machen konnten. Herzlichen Dank für diese Frage und die super Zeit mit dir > mehrheitlich über 2000 m ü. M.!
 


Die Via Alpina hat mich letztes Jahr derart fasziniert, dass in mir eine grosse Lust erwachte, sie nach Gelegenheit fortzusetzen. In Anbetracht des kleinen Zeitfensters beschlossen wir, die rote Strecke ausgehend von Vaduz unter die Füsse bzw. Pfoten zu nehmen.

 
Wir starteten in Sücka (FL) mit der R58 und 59, und teilweise 60. Dabei gelangten wir über das Bettlerjoch ins Österreichische, kehrten in der Pfälzerhütte ein und setzten unseren Weg fort zum Barthümeljoch und schliesslich gelangten wir bei der gross Furgga wieder in die Schweiz.
 
 
Stark überhitzt trotz der Schneefelder die wir passiert haben, doch bereichert von einer wunderbaren Alpenflora (Männertreu, Türggenbunde und Viele mehr) sowie atemberaubenden Rundumsichten verbrachten wir die Nacht in der Schesaplanahütte. Der Weg entlang dem Schesaplanamassivs war heiss aber sehr beeindruckend.

Vorbei am Lünernsee beendeten wir am Schweizertor den Via Alpina-Trail und gelangten auf der nicht enden wollenden Kiesstrasse nach Schuders.

Die Abkühlung im herrlichen Bergwasserfall wird uns noch lange in Erinnerung bleiben.

Ein sehr nettes Paar hat uns das letzte Stück mit dem Auto mitgenommen.Hier an Wanderern vorbei zu fahren wäre eine Frechheit , meinten sie.Zum Glück für Hailey ,der die Füsse von den vielen heissen Geröllfeldern richtig weh taten. In Schuders sei ein Einkehr oder eine Übernachtung im sympathischen und wunderschön eingerichteten Berggasthaus Post herzlich empfohlen.

Es waren wieder ein mal mehr zwei fantastische Wandertage...Fortsetzung folgt...




Mittwoch, 19. September 2012

Rückblick

Ich habe die Via Alpina gewählt:1. als sportliche Herausforderung, 2. um die Schweiz besser kennen zu lernen und 3. um ein Mal (das erste Mal) "alleine" unterwegs zu sein.




Hailey und ich überquerten dabei 14 Pässe, legten 313 km zu Fuss und 40 km per Bahn zurück und meisterten 24'400 Höhenmeter.

17 km der Via Alpina zwischen Vaduz und Sargans haben wir ausgelassen, da mir dieses Teilstück bekannt von Fahrradtouren war.

Meine Füsse haben das prima überstanden; vielleicht, weil ich sie täglich mit hausgemachter Ringelblumensalbe einmassierte und an langen, heissen Tagen die Socken mittags auch wechselte.

Auch die Muskulatur hat nie leiden müssen. Ich denke, mein grosser Vorteil war, dass ich allein war. So hat mich nichts und niemand gehetzt. Auch erwies sich positiv, keine Übernachtungsplätze vor zu buchen. Ich konnte jederzeit nach gutdünken weiter laufen oder aufhören.

Natürlich macht es Sinn, in den Hütten ein paar Stunden vorher an zu fragen ob sie Platz haben und ein Hund erlaubt ist, es sei denn man hat noch genug Zeit, zur Nächsten zu laufen. Es hatte immer genug freie Plätze und auch in 99% der Fälle war der Hund kein Problem.





Hailey's Pfoten sehen einwandfrei aus und ich hatte den Eindruck, dass sie immer freudig dabei war. Da wir laufend viele Bäche kreuzten, war es wichtig, dass ich die Tagesportionen des Futters zwei bis drei Mal in Säcke verpackte. Bei einem weniger wasserfreundlichen Hund erübrigt sich das. Auf die Wassersäcke konnten wir deshalb verzichten. Hailey, meine Flatcoated Retriver Hündin, erweckte auf der ganzen Rese grosse Sympathien, vor allem die Engländer vergötterten sie.




Auch staunte ich, dass ich mich nie verlaufen habe, wo ich mich sonst doch immer auf Karl verlasse.

Ganz besonders stolz bin ich auf meine Familie die alles prima gemeistert hat während meiner Abwesenheit.

Vielen herzlichen Dank allen die für mich irgend eine Aufgabe übernommen haben, an mich dachten, mir schrieben, für mich beteten oder mir in herzlicher Freundschaft begegnet sind, und derer waren es so viele!
Nicht zuletzt deshalb ging es mir während der gesamten Wanderung extrem gut.
Diese drei Wochen werden mir immer in Erinnerung bleiben!



Mein Wunsch an alle, die daran Freude haben könnten, Mut zu bekommen für ein solches Timeout!



Dienstag, 18. September 2012

Rocher de Naye

Im Hotel il Le Lécherette gibt es heute Frühstück im Zimmer, welches am Vorabend bereitgestellt wurde. Zwei Scheiben Brot sind mittlerweile natürlich etwas mager für eine Wandersfrau und die Thermoskanne mit Kaffee eiskalt.
Nun denn ...geht es trotzdem noch ein Mal auf eine prächtige Tour!





Die Etappe ginge laut Beschrieb 7.15h. Da das Wetter aber umschlagen könnte, und mich die beiden in Basel wohnghaften überzeugen können, ändern wir die Route und gehen zusammen den Weg entlang dem einsamen Hongrin-Stausee. Nur einzelne Fischer sind auszumachen. Dabei sparen wir mehr als eine Stunde.





Später schlängelte sich der Weg durch moorige Alpweiden hinauf.
Dort hatten wir das einzige beängstigende Erlebnis der ganzen Reise: In einer Weide stand ein einsames Pferd mit Klingel um den Hals. Wir deuteten das nahe herankommen anfangs als Neugierde. Doch nun begann dieses Pferd wild schnaubend Hailey zu jagen. Ich nahm sie sogleich an die Leine, hatte aber somit nichts mehr in der Hand dieses wild gewordene Huftier abzuwehren. Zum Glück hatten Ruedi und Jean-pierre Wanderstöcke, mit denen sie sich dem Pferd immer wieder in den Weg stellten. Wir waren alle vier froh, diese Weide verlassen zu können. Es hätte ein lustiges Video abgegeben...


Auf einer ruhigeren Wiese assen wir dann gemütlich einen "Klöpfer". Dass ich erst seit einem Tag einen Deo habe, aber schon alle Zeit einen Senf über die Berge trage, liess den beiden Nord-west-Schweizern den Kiefer hinunter fallen.



Der schmale Aufstieg ab dem Col de Chaude in den steilen Grashängen und der folgende Grat auf 2000 m öffnen den Blick zum Genfersee vom Eiger bis zum Mont-blanc!



Wir staunen über die riesige Strecke, die wir mittlerweile zurückgelegt haben.









Wir durften hautnah erleben, was früher an der Tagesordnung war.





Genau in dem Moment wo wir in Rochers de Naye ankommen bedecken Wolken den Himmel und der Regen lässt dann nicht mehr lange auf sich warten.
Ich entscheide ganz spontan, aufgrund dieser Wetterlage die Reise hier zu beenden. Ansonsten hätte ich hier übernachten müssen, um anderntags etwa 5 Stunden hinunter nach Montreux zu laufen. So löse ich auch kurzerhand ein Bahnbillet für die randvolle Zahnradbahn. Ich sitze gegenüber einem indischen Pärchen auf Hochzeitsreise.
Wir verabschieden uns von Ruedi und Jean-Pierre die glücklicherweise noch weitere Teile der Via Alpina vor sich haben...

Innerhalb 4 1/2 Stunden sind wir wieder dort, wo wir vor 22 Tagen gestartet sind.. Das plötzliche Ende dieser langen Wanderung, die vielen Leute und der Wetterumschlag sind dann doch etwas viel nach dieser ruhigen, beschaulichen und emotional intensiven Zeit.