Donnerstag, 14. Juli 2016

Pschiavo San Romerio


Unten See oben Schnee

Nach einem feinen puschlaver Frühstück verabschieden wir Brigitte auf dem Bahnhof.Sie wird am Berninapass mit viel Schnee empfangen..

Unser lange Aufstieg auf der R 76

verläuft nach kurzer Strasse auf wunderbar weichen Waldpfaden.
Zwischendurch werden wir belohnt mit einer sagenhaften Aussicht auf verschneite Berge und den Lago di Poschiavo.
Nicht immer fanden sich solch eindeutige Wegmarkierungen...
Nach anstrengenden vier Stunden erreichen wir die wunderschöne Kapelle San Romerino auf 1793 m.ü.M.

Sie ist eine der älteste Kirchen in Puschlav und wird in alten Schriften bereits 1055 erwähnt. Da sie am Rande einer Felswand steht, die 100 m senkrecht abfällt, ist verständlich, dass darum gebangt wird, rutscht die Erde doch auch dort in letzter Zeit an einigen Stellen ab


Auf der Terrasse des Restaurants wird man freundlich empfangen, das Personal ist innovativ und das Inventar sehr authentisch. Es gibt verschiedenste Spezialitäten zu verkosten, doch uns plagt nur der Durst.


Während dem wiederum sehr langen Abstieg gibt es viele Blumen und Schmetterlinge zu bewundern.



In Miralago ist es dann zu windig, um draussen zu übernachten, und reisen wir kurzentschlossen in unser Basecamp nach Posciavo zurück.

Hier empfängt uns Frau Battilana herzlichst und wir kochen uns die lange mitgetragene Suppe mit feinem poschiaver Ringbrot. Den Rucksack hätten wir heute somit wohl zu Hause lassen können, doch er ist uns schon fast wie angewachsen!?!

Es war eine coole Woche, mit vielen wunderbaren Bildern, tollen Freundschaften und ausgepowerten Beinen…


Mittwoch, 13. Juli 2016

Alp Prabello – Posciavo


Den anfänglich fantastischen Tag beginnen wir mit einer Kirchenbesichtigung.
Idyllische altertümliche Alp
Auch das Frühstück muss
erarbeitet werden...

Wasserrad mit Butterfass



Darauf folgte der Aufstieg an schönen Seen vorbei zum Passo di camagneda.





Auf dem Passo di canciano überqueren wir wieder die Grenze in die Schweiz. Nebelschwaden und Regen begleitet uns auf dem Abstieg bis zum Mittagshalt in Quadrada 600 Höhenmeter tiefer. Sehr froh sind wir um alle Bezeichnungen, befestigten Wege und jegliche Anhaltspunkte.

Nach kurzer Pause geraten wir wiederum in den Regen und finden kurz vor Le Prese einen Unterstand in einer Holzgarage.
Die Bäche schwellen kontinuierlich an!?

video

In Posciavo angelangt, verlassen uns Barbara und Annette auf dem Bahnhof.

Die Auskunft auf dem Touristinformation empfiehlt uns, das Casa Surca der Pro Vita Comuna.

Da das Lagerhaus noch gereinigt werden muss, wollten wir am Dorfplatz eine Puschlaver Spezialität geniessen... Doch uns wurde stattdessen ein drei mal so teures Degustationsmenu aufgetischt und bei der Rechnung auf ahnungslos  gemacht.
Ristorante Central nicht zu empfehlen
Im Casa Surca können wir uns total breit machen, da niemand sonst da ist, endlich all unsere nassen Sachen aufhängen und die Schuhe ausstopfen. Wir hoffen auf weniger Regen!!!


Dienstag, 12. Juli 2016

Bachwanderungen


Im Rifugio Palu wurden wir gestern Abend mit reichhaltiger Suppe, den allerbesten Pizzocheris, Käse und Heidelbeerdessert verwöhnt. Kaum haben wir das Refugio verlassen treffen wir auf eine Alpwirtin inmitten von romantischen Rusticos, frei laufenden Hühnern und hübschem Gemüsegärtchen.

Alp mit Sofa
Danach beginnt es stark zu regnen. Liefen wir gestern wie tote Mäuse rum, waren es heute innert kurzer Zeit nasse Mäuse. Glücklicherweise regnete es aber nur so lange, bis unsere Socken noch nicht vollständig durchnässt waren.


Die Blumen waren nicht mehr ganz so vielfältig wegen den anwesenden Schneekanonen, der Wald umso verträumter mit den wunderbaren Flechten und die Mücken aber umso aggressiver. Dank Annettes Lavendelöl waren wir diesen Attacken nicht ganz so stark ausgesetzt.



Beim Lago de Moro konnten wir bei bester Aussicht unser Picknick geniessen und einen feinen Cappuccino geniessen. Und dann kam was kommen musste, der Regen prasste wieder in Strömen hinunter. Dies gab uns die Gelegenheit unser Italienisch mit dem sympathischen Wirtepaar mit Händen und Füssen zu erproben, und dies flüssig… Unser Hund wurde mit feinstem Salami und Brot verwöhnt und hielt somit die Stellung vor der Küche stoisch.

Als der Regen aufgehört hatte brachen wir wieder auf und vergnügten uns am Bachwandern mit verschiedensten Wasserhindernissen aufwärts zur Alpe Campagneda. In der romantischen Alpwirtschaft durften wir verschiedenste Käse degustieren. Weitere Hindernisse, wie Hochmoordurchquerungen und wacklige Brücken liessen uns die Wanderung nicht langweilig werden. Durch al die netten Menschen, schönen Ausblicke und vielen Abwechslungen hatten wir wieder einmal mehr viel länger als die Zeitangaben auf den Wegweisern. Als i-Pünktchen des Tages erreichten wir das Rifugio Christina auf der Alpe Prabello, wo emsiges Treiben herrscht um die ganze Alpwirtschaft wieder so herzustellen, wie es früher war. Wir sind bereits gespannt auf unsere Dorferkundung.

Montag, 11. Juli 2016

Spannende Nacht

Am Sonntagabend (eine Stunde vor Chiareggio) fanden wir einen friedlichen Platz, mit Grillstelle und Bänken. Nach dem Abendessen legten wir uns früh unter den freien Sternenhimmel, mit Glühwürmchen und Wetterleuchten zum schlafen. Unsere Wächterin Annette, schlug kurz nach Mitternacht Alarm: Es regnet!? Innert kürzester Zeit und fast ohne Taschenlampen, versorgte jede ihren Schlafsack und entlüftete die Luftmatratze. Uff...

Nach ½ h war der ganze Regenspuck vorbei und jede widmete sich wieder seinem Nachtlager.
Also: Matte aufblasen und Schlafsack wieder aus dem Rucksack nehmen. Die Ruhe hielt nicht lange an, denn Annette schlug wieder Alarm. Unsere Nachtübung verlief noch schneller als zuvor. Nun, um 1 Uhr, regnete es noch kräftiger. So entschieden wir uns , Kaffee zu kochen. Gegen O2.OO war der Spuck vorbei und richteten wir wieder alles zum weiter schlafen. Der nächste Schub Regen kam um dann um 4.3O. Jetzt kochte uns Marion ein feines Porridge. Juppi, endlich Morgen!
Müde und k.o. begannen wir die Wanderetappe von heute zum Lago Palu auf 1965 m. ü. M.










Von 06.00 bis 11.00 wanderten wir fröhlich und locker durch wunderschöne Wälder, wieder ein Mal mehr inmitten einer prächtigen Blumenpracht. Wegen des unsicheren Wetters entschieden wir uns, den Nachmittag ganz gemütlich ausklingen zu lassen, alle nassen Sachen zu trocknen  und im Rifugio Lago Palu zu schlafen.




Beim Rifugio Palu am schönen Lago Palu hängen wir alle gemütlich ab.

RD & BF

Sonniger Sonntag


Nach einer komfortabler Nacht, Kunstgenuss von Rolf Bräm und einem traumhaften Frühstück sind wir wieder losgezogen.
Sonntägliches Frühstücksbuffet
Voller Elan haben wir unser neues Ziel angepeilt, den Passo del Muretto 2563m. Auf einer wunderschöner Strecke gerieten wir in den Ötilö Swim-Run wo knallharte Männern und Frauen, frisch dem 12 °C kalten See entsteigen und an uns vorbeidefilieren.
Europas stärkste Männer und Frauen...
Nicht viel später wollten wir es auch ausprobieren und stiegen in den sehr erfrischenden Bach, die einen nur mit dem grossen Zeh und andere in der Badehose. Einfach toll. In bester Laune und voller Zuversicht, dass an diesem Tag keine Steigung zu steil für uns sein wird, genossen wir die traumhafte Umgebung, staunten einmal mehr über den Schöpfer aller Dinge.

Schneefelder mussten überquert werden und es wurde echt steil. Marion schlug Pausen vor und wurde ignoriert, alle wollten es hinter sich bringen und so schmeckte das Picknick doppelt so gut. Wieder grosse Schneefelder, wie vom Hotelier vorausgesagt, anzusehen wie eine weisse Autobahn und da ging es runter.
Tolle Wege und noch schönere Steine ohne Ende, ich würde zu gerne einige mittragen, aber mein Gewicht ist so schon überschritten. Wir sind in Italien und treffen auch wieder einmal auf Menschen. Die italienisch Sprechenden unterhalten sich angeregt und schon wissen wir von schönen Plätzen, die wir aufsuchen wollen.
Dank Kocher und Instantpulver eine willkommene Kaffepause!
Kurz vor Chiareggio 1607m finden wir unsern Ess-und Schlafplatz. Diesmal werden wir nicht nur 4 Sterne zum  Uebernachten haben, nein einen ganzen Himmel voll wollen wir bestaunen. Alle sind zufrieden. Barbara ist endlich ihre Älplermakronen losgeworden (köstlich) ,hat ihr Rucksackgewicht verringert und wir haben volle Bäuche. AG

Samstag, 9. Juli 2016

begeistert, belebt und bewegt

Mit viel Vorfreude wurde der heutige Tag erwartet. Nicht einfach die Vorfreude einer Person, sondern die Vorfreude von zwei, drei, vier , ja fast fünf Personen zusammen. Wenn dann noch der riesengrosse Überschwang eines Flatcoated dazukommt, gibt das schon Schub genug für Höhenflüge. Ja wir,Rosmarie, Barbara, Annette, Brigitte und ich dürfen uns wieder auf die Via Alpina machen. Wegen der etwas komplizierteren Anfahrt, reisen wir nach Juf und wandern in Richtung unseres Endpunktes vom letzten Jahr. Wie wir Kilometer um Kilometer richtung Alpenkette fahren, die Strassen immer enger und die Steine um so schöner werden, und die Hektik der vergangenen Wochen, die einzelnen Socken, die abzuarbeitenden Papierberge, die geplanten grösseren und kleineren Projekte hinter uns lassen um uns einfach ganz von der Schönheit der Alpen an einem von uns noch nie durchwanderten Ort begeistern zu lassen beginnt sich die Vorfreude in breitmachende Freude zu verwandeln. Unser Start in Juf:
Juf
Fünf begeisterte Frauen beginnen das Abenteuer Via Alpina für eine ausgekostete Woche.


Die Strecke: Juf - Fuorcla da la Valletta 2566 M.üM. -Forcellina-Septimerpass- Pass Lughin mit der Wasserscheide "drei Meere", durch Schneefelder hinunter zum Lag dal Lunghin -Maloja 1900 M.ü.M.
Muskelaufbau und Lungenvolumentraining verlangt auch nach Pausen...

Pass Lunghin > Wasserscheide 3 Meere

Unter der Schneedecke Wegemarkierungen erahnend zum L. da Cavloc

Eine gute Stunde später geniessen wir sehr geschafft aber zufrieden die Annehmlichkeiten im
Hotel Schweizerhof im Tal Maloja


Sonntag, 12. Juli 2015

Cancanosee - Lago da val viola


 
 
 
 
 
Vom Cancanosee führt eine lange, langweilige Kiesstrasse nach Arnoga, vorbei an den Signaltürmen des Scale Passes. Der Weg taucht hier in einige kurze aus dem Fels geschlagene Tunnes bis zur Abzweigung Arnoga 1859 m.





Hier beschliessen wir, an unsere Heimreise zu denken und peilen die Schweizergrenze bei Val Viola an.











Vorbei am italienischen Lago di Viola und dem rifugio Val Viola geht es hinauf zum Passo Confine.  Wir werden wieder ein Mal mehr belohnt für unsere Mühen mit einer prächtigen Blumenwiese mit einem Meer von Arnikas.
Der Abstieg zum See ist spannend und abwechslungsreich und der
Lago da Val Viola wie aus dem Bilderbuch.









Wie praktisch immer sind wir uns schnell einig, hier zu übernachten. Genügend Holz für eine frische Nacht ist vorhanden und gegen die Mücken wehren wir uns mit Pfefferminz-und Lavendelöl.

Alle Vorräte werden nun vertilgt und die Frage bleibt nur noch: wie halten wir uns den Bär vom Leib? Explosionserfahren wie wir sind, könnte uns schlimmstenfalls der unnütze Gaskocher Hilfe leisten und so finden wir mehr oder weniger beruhigt dann die Ruhe.



Von Sfazu auf nehmen wir am nächsten Morgen die Heimreise mit ÖV über den Bernina, Albula.
Dankbar um die segensreiche Zeit, alles Erlebte und jeden einzelnen Höhenmeter, kehren wir nur all zu schnell in unser gewohntes Leben zurück...

Der grösste Lohn der Selbstgenügsamkeit ist die Freiheit.
Epikur, Griechischer Philosoph 341-271vChr.